Behandlung

Was können wir für Sie tun?

Team Augenarzt Dr. BerensUm alle Therapiemöglichkeiten, welche die moderne Augenheilkunde uns heute bietet, vollständig und rechtzeitig nutzen zu können ist eine aufwendige und kurzfristige Diagnostik Ihrer Netzhauterkrankung erforderlich. Gerade im fortgeschrittenen Stadium sind engmaschige Verlaufskontrollen – mindestens vierteljährlich – ratsam. Zusätzlich zur Selbstkontrolle mittels Amsler-Netz sollten die uns zur Verfügung stehenden modernen High-Tech-Diagnosegeräte wie die hochauflösende Fluoreszenzangiografie (FAG, s.o.) sowie die optische Cohärenztomografie (OCT, s.o.) genutzt werden.

Insbesondere bei der Verlaufsbeobachtung der AMD (altersabhängige Makula-degeneration) sind die Erfolgsaussichten der folgenden Behandlung von der genauen Erkennung des Zeitpunkts abhängig an dem die trockene Form in eine feuchte Form übergeht.

Gerade in den letzten Jahren sind die Therapieoptionen zur Behandlung der feuchten AMD deutlich angestiegen. In der Vergangenheit waren degenerative Erkrankungen der Netzhautmitte praktisch nicht behandelbar. Folgende Behandlungsverfahren stehen uns heute zur Verfügung:

Photodynamische Therapie (PDT)

Durch Injektion eines Farbstoffes werden krankhafte Gefäßneubildungen unter der Netz hautmitte (CNV) für ein Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge empfindlich gemacht.
Durch die Bestrahlung mit diesem Licht kommt es zu einem Verschluss dieser CNV.
Die Behandlung ist ausgesprochen risikoarm. Sie stellt in der Augenheilkunde ein neues Therapieverfahren dar und wird nur für bestimmte Indikationen als Kassenleistung anerkannt. Für besondere Formen der AMD und der hochgradigen Kurzsichtigkeit konnte nachgewiesen werden, dass damit statistisch signifikant das Fortschreiten der Sehverschlechterung zumindest aufgehalten werden kann. Häufig ist eine, evtl. auch mehrmalige Wiederholung der Behandlung notwendig, meist in Abständen von mehreren Monaten, je nach Verlauf.

Argonlaser

Bei einer Lokalisation der Veränderungen neben der Netzhautmitte kommt in bestimmten Fällen auch eine konventionelle Laserkoagulation in Frage. Die CNV wird hierbei gezielt unter der Hitzeenwicklung des Laserstrahls verödet. Aufgrund des erhöhten Komplikations risikos dieser Methode sollte sie nur von einem versierten und erfahrenen Laseranwender
durchgeführt werden.

Intravitreale Injektion (IVI) von Anti-VEGF-Medikamenten

Diese jüngste und vielversprechendste Behandlungsmethode wird seit 2005 weltweit am häufigsten (millionenfach!) eingesetzt:
Nach ausgiebiger örtlicher Betäubung und Desinfektion sowie steriler Abdeckung wird das Medikament in einem für intraoculäre Eingriffe zugelassenen Operationssaal 3,5-4 mm vom Hornhautrand senkrecht in den Glaskörper (in die Mitte des Auges) eingespritzt.

Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

Um einen ausreichenden und anhaltenden Effekt zu erzielen sollte die Injektion zwei Mal in vierwöchentlichem Abstand wiederholt werden. Danach sind sechswöchentliche Kontrollen von Sehschärfe und Netzhaut erforderlich um bei Wirkungsverlust rechtzeitig nachinjizieren zu können bis die Sehschärfe sich stabilisiert hat.

Leider ist diese neue Behandlung jedoch nicht nur revolutionär im Hinblick auf ihre Wirksamkeit –der zunehmende Sehverfall kann nicht nur aufgehalten, sondern bei einigen Patienten um ca. 15-20 % wieder rückgängig gemacht werden- die Kosten für die Gesundheitssysteme sind immens („Der Spiegel“ 2006). Allein für die in Deutschland zugelassenen Medikamente Pegaptanib (Macugen®) und Ranibizumab (Lucentis®) müssen die Krankenkassen 800 bzw. 1600 EURO bezahlen. Die Kosten für die Injektion in den Glaskörper (das Innere des Auges) und die Nach-behandlung werden je nach Krankenversicherung ganz, teilweise oder überhaupt nicht übernommen. Die Politik hält sich mit verbindlichen Aussagen vornehm zurück und überlässt das Problem der Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen.

Die meisten der über 300 Krankenkassen in unserem Land sehen sich finanziell überfordert und sind mit Zusagen zur Kostenübernahme zurückhaltend.